Ärztliche Verordnung

Das vom Arzt ausgestellte Verordnungsformular (Rezept) erhält als wichtige Informationen die Diagnose, das verordnete ergotherapeutische Heilmittel, die Verordnungsmenge und die Anzahl der Behandlungen pro Woche.

 

Es gibt vier ergotherapeutische Heilmittel, die der Arzt verordnen kann:

1. Motorisch-funktionelle Behandlung
2. Sensomotorisch-perzeptive Behandlung
3. Hirnleistungstraining/neuropsychologisch-orientierte Behandlung
4. Psychisch-funktionelle Behandlung

 

1. Motorisch-funktionelle Behandlung

Eine motorisch-funktionelle Behandlung dient der gezielten Therapie krankheitsbedingter Störungen der motorischen Funktionen mit und ohne Beteiligung des peripheren Nervensystems und den daraus resultierenden Fähigkeitsstörungen. Die Behandlung kann in Einzel- oder Gruppenbehandlungen verordnet werden. Sie umfasst beispielhafte Maßnahmen:

-  Verbesserung der Selbständigkeit in der Selbstversorgung

-  Steigerung der Belastungsfähigkeit und Ausdauer

-  Wiederherstellung der manuellen Geschicklichkeit

-  Erlernen von Kompensationsmechanismen

-  Vermeidung zur Entstehung von Kontrakturen, Schmerzlinderung

-  Verbesserung der Koordination von Bewegungsabläufen

-  Abbau pathologischer Haltungs- und Bewegungsmuster

 

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2. Sensomotorisch-perzeptive Behandlung

Eine sensomotorisch-perzeptive Behandlung dient der gezielten Therapie krankheitsbedingter Störungen der sensomotorischen und perzeptiven Funktionen mit den daraus resultierenden Fähigkeitsstörungen. Die Behandlung kann als Einzel- oder Gruppentherapie durchgeführt werden. Sie umfasst insbesondere Maßnahmen zur:

-  Selbständigkeitsverbesserung in der altersentsprechenden Versorgung (Ankleiden,

    Hygiene), Alltagsbewältigung (Handlungsplanung, Strategie- und Strukturentwicklung)

-  Verbesserung der körperlichen Beweglichkeit und Geschicklichkeit

-  Erlernen von Kompensationsstrategien

-  Desensibilisierung oder Sensibilisierung einzelner Sinnesfunktionen

-  Wiederherstellung der Körperwahrnehmung, der Koordinations- und Gleichgewichtsfunktionen

-  Entwicklung und Verbesserung des situationsgerechten Verhaltens und der zwischenmenschlichen

    Interaktionen

 

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3. Hirnleistungstraining/neuropsychologisch-orientierte Behandlung

Ein Hirnleistungstraining/eine neuropsychologisch orientierte Behandlung dient der gezielten Therapie krankheitsbedingter Störungen der neuropsychologischen Hirnfunktionen, insbesondere der kognitiven Störungen und den daraus resultierenden Fähigkeitsstörungen.

Sie umfasst zum Beispiel folgende Maßnahmen:

-  Verbesserung und Erhalt kognitiver Funktionen, z.B.: Konzentration, Merkfähigkeit,

    Aufmerksamkeit, Orientierung (zu Raum, Zeit, Person), Handlungsplanung, Problemlösung

-  Erlangen der Grundarbeitsfähigkeiten

-  Verbesserung der eigenständigen Lebensführung, Alltagsbewältigung, auch unter Einbezug

    technischer Hilfsmittel

 

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4. Psychisch-funktionelle Behandlung

Eine psychisch-funktionelle Behandlung dient der gezielten Therapie krankheitsbedingter Störungen der psychosozialen und sozioemotionalen Funktionen und den daraus resultierenden Fähigkeitsstörungen. Sie umfasst insbesondere Maßnahmen zur:

-  Verbesserung und Stabilisierung der psychischen Grundleistungsfunktionen, zum Beispiel: Antrieb,

   Ausdauer, Motivation, Belastbarkeit, Flexibilität, Selbständigkeit in der Tagesstrukturierung

-  Wiedererlangen der Beziehungsfähigkeit, der sozio-emotionalen Kompetenzen und der

   Kommunikationsfähigkeit

-  Verbesserung der Realitätsbezogenheit, der Selbst- und Fremdwahrnehmung

-  Erreichung von Selbständigkeit in der Selbstversorgung

-  Verbesserung der psychischen Stabilisierung und des Selbstvertrauens

-  Verbesserung der Wahrnehmungsverarbeitung

 

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5. Thermotherapie (Therapieergänzende Maßnahme)

Die Thermotherapie (Wärme-/Kältetherapie) ist zusätzlich zu einer motorisch-funktionellen oder sensomotorisch-perzeptiven Behandlung als ergänzendes Heilmittel dann verordnungsfähig, wenn sie einer notwendigen Schmerzreduzierung bzw. Muskletonusregulation dient.